Gefährdungsbeurteilung Psychischer Belastungen (kurz: GBU-Psyche) - Ein Mehrwert für Arbeitgeber.

Gefährdungsbeurteilung Psychischer Belastungen (kurz: GBU-Psyche) – Ein Mehrwert für Arbeitgeber.

Die Gefährdungsbeurteilung ist nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern auch ein effektives Instrument für Arbeitgeber, um das Arbeitsumfeld zu optimieren und die Produktivität zu steigern. Oft spricht man bei einer Gefährdungsbeurteilung von physischen Faktoren wie Licht, Staub oder Klima oder von körperlichen Belastungen im Sinne einer rückengerechten, ergonomischen Arbeitsweise. Doch auch psychische Belastungen können eine Rolle auf Arbeit spielen.

Warum ist die GBU-Psyche für Arbeitgeber wichtig?

Seit 2013 ist die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen gesetzlich vorgeschrieben (§5 ArbSchG). Ein gesundes Arbeitsumfeld fördert nicht nur das Wohlbefinden der Mitarbeiter, sondern reduziert auch Fehlzeiten und steigert die Arbeitsleistung. Dies führt zu einer höheren Rentabilität und einem besseren Unternehmensimage.

Was versteht man unter psychischer Belastung?

Nach DIN EN ISO 10075-1:2017 sind psychische Belastungen: Faktoren, die auf den Menschen von außen zukommen und psychisch einwirken. Dabei ist der Begriff der psychischen Belastung als komplett wertfrei zu verstehen. Sie können demnach positive oder negative Auswirkungen mit sich ziehen. Wichtig ist jedoch, dass eine psychische Belastung bei jedem Menschen anders subjektiv wahrgenommen wird und Beanspruchungen auslösen kann. So zum Beispiel das Thema Zeitdruck – dieses kann als Ansporn oder Stressfaktor gesehen werden.

Wie profitiert der Arbeitgeber von der GBU-Psyche?

  • Optimierung der Arbeitsprozesse: Durch die Analyse von Arbeitsaufgaben, -formen und -organisation können ineffiziente Prozesse identifiziert und verbessert werden.
  • Förderung eines positiven Arbeitsklimas: Die Berücksichtigung sozialer Beziehungen und der Arbeitsumgebung trägt zu einem besseren Teamgeist bei.
  • Risikominimierung: Durch die Identifizierung und Adressierung psychischer Belastungen können Risiken minimiert und rechtliche Konsequenzen vermieden werden.

Welche Parameter schaut man sich in einer GBU Psyche an?

  • Arbeitsaufgabe und -inhalte (z.B. ausreichend Information und Qualifikation)#Arbeitsorganisation (z.B.: Arbeitsintensität, Störungen, Kommunikation und Kooperation)
  • Arbeitszeit (z.B. Dauer, Planbarkeit, Erholungszeiten)
  • Soziale Beziehungen (z.B.: unter Kolleg:innen, zu Vorgesetzten)
  • Arbeitsmittel (Eignung, Gestaltung von Hinweisen, Persönliche Schutzausrüstung)
  • Arbeitsumgebung (z.B.: Lärm, Umgebungsgeräusche, Ergonomie)
  • Branchen- und tätigkeitsübergreifend relevant sind die Gestaltung von Arbeitsintensität, Arbeitszeit, Handlungsspielraum und sozialen Beziehungen, insbesondere zu Vorgesetzten, sowie die Gestaltung der Arbeitsumgebungsbedingungen, insbesondere auch im Hinblick auf Lärm. Diese Faktoren sind grundsätzlich in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.
  • Braucht man bestimmte Voraussetzungen für die GBU-Psyche?
  • Um die GBU-Psyche zu einem Erfolg zu führen und nützliche Daten zu ermitteln, haben sich folgende Erfolgsfaktoren bewährt:
  • Ein Steuerungsgremium installieren, welches den Prozess steuert und begleitet – z.B. in Verbindung mit Ihrer Sifa
  • Realistische Zeitplanung – Datenerhebung und -auswertung können einige Zeit in Anspruch nehmen, vor allem bei großen Betrieben
  • Transparenz im Prozess – alle Mitarbeitenden und Vorgesetzte werden mitgenommen und aktiv beteiligt
  • Geschäftsführung steht dahinter – heißt Ressourcen wie z.B. Zeit zur Verfügung stellen
  • Nach Datenauswertung konkrete Ziele und Maßnahmen festlegen und Wirksamkeit derer überprüfen
  • Wie kann man psychische Belastungen im Unternehmen ermitteln?
  • Die Erhebungsmethode richtet sich nach den Gegebenheiten in Ihrem Unternehmen. Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Methoden:
  • Beschäftigtenbefragungen
  • Beobachtungsverfahren bzw. -interviews oder
  • Analyseworkshops

Wir helfen Ihnen gerne die für Sie richtige Erhebungsmethode auszuwählen und begleiten Sie im Prozess der psychischen Gefährdungsbeurteilung.

Weiterführende Links: https://akademie-lueneburg.de/fortbildung-arbeitssicherheit/

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